Ich hatte einen Plan für meinen Vormittag.
Mein Vormittag offenbar auch.
Es war nur nicht derselbe.
Der Termin wurde von neun auf zehn Uhr verschoben. Mein Zitronenwasser hatte ich vergessen. Und mein Frühstück wartete im Thermomix auf einen Zeitpunkt, den wir morgens noch nicht ganz miteinander abgestimmt hatten.
Ich musste erst einmal los.
Und trotzdem war ich ziemlich zufrieden.
Das Frühstück war schließlich vorbereitet. Mein Getränk stand fertig in meinem großen Becher. Meine Nahrungsergänzungsmittel hatte ich genommen. Und für das Mittagessen war bereits Kürbis aufgetaut.
Es war nicht alles so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Aber es war auch nicht nichts passiert.
Eigentlich sogar ziemlich viel.
Mein Alltag ist noch in Arbeit
Ich fange gerade an, meinem Tag eine verlässlichere Form zu geben.
Morgens ins Bad, anziehen, in der Küche etwas vorbereiten. Danach arbeiten. Dazwischen etwas Vernünftiges essen. Und abends nicht erst dann anfangen, mich um mich zu kümmern, wenn ich eigentlich schon zu müde dafür bin.
Aufgeschrieben sieht das wunderbar übersichtlich aus.
Im tatsächlichen Leben kommt dann ein Termin dazwischen. Oder ich vergesse den ersten Handgriff und erinnere mich erst daran, wenn ich längst unterwegs bin.
Gerade deshalb möchte ich einen Ablauf finden, bei dem ich einfach an der nächsten Stelle weitermachen kann.
Das Zitronenwasser war vergessen. Mein Frühstück musste ich deshalb nicht ebenfalls vergessen.
Der Vormittag war verschoben. Mittagessen brauchte ich trotzdem.
Also ging es dort weiter, wo ich gerade war.
Aus meinem Kürbis wurde trotzdem eine Suppe
Später kamen Kürbis, rote Linsen und Kokosmilch in den Thermomix.
Während die Suppe kochte, konnte ich mich um andere Dinge kümmern. Auch meine Aufgaben fürs Ehrenamt wurden fertig. Danach saß ich mit einem Teller Suppe da.
Ein ziemlich gewöhnlicher Moment.
Aber genau solche gewöhnlichen Momente wünsche ich mir häufiger: Das Essen ist da. Eine Aufgabe ist erledigt. Ich kann mich hinsetzen.
Dafür musste der Vormittag offenbar nicht perfekt gewesen sein.
Ich möchte zwanzig Kilo abnehmen. Und dabei meinen Alltag mitnehmen.
Mein Wunsch ist nicht kleiner geworden. Ich möchte abnehmen und Gewohnheiten entwickeln, die ich langfristig beibehalten kann.
Diese Gewohnheiten müssen allerdings zu den Tagen passen, die ich tatsächlich habe. Auch zu denen mit verschobenen Terminen, vergessenen Kleinigkeiten und Frühstück zu einer anderen Uhrzeit.
Gestern habe ich einen solchen Tag erlebt.
Noch keine eingespielte Routine. Aber vorbereitete Dinge, an die ich später anknüpfen konnte. Und am Ende das Gefühl, dass einiges gut funktioniert hatte.
Das möchte ich mir merken.
Das Zitronenwasser hoffentlich beim nächsten Mal auch.
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