Körperchen wie mit 35 bitte ja!

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Mit fünfunddreißig sah mein Körper anders aus.

Überraschung.

Eigentlich müsste dieser Satz reichen.

Tat er aber lange nicht.

Denn irgendwo in meinem Kopf gab es immer noch dieses alte Bild von mir.

Schlanker.

Straffer.

Leichter.

Und natürlich mit deutlich weniger Aufwand.

Was besonders gemein ist.

Denn die Frau von damals musste für vieles gar nicht besonders viel tun.

Sie konnte essen, was sie wollte.

Sie konnte ein paar Tage weniger essen und schon bewegte sich die Waage.

Sie schlief anders.

Sie hatte andere Hormone.

Einen anderen Alltag.

Und ganz nebenbei auch noch einen Körper, der ungefähr fünfzehn bis zwanzig Jahre jünger war.

Kleinigkeiten.

Trotzdem verglich ich mich lange mit genau dieser Frau.

Was ungefähr so sinnvoll ist, wie heute mein Gesicht mit einem Foto von 2008 zu vergleichen und anschließend beleidigt zu sein, dass die Zeit nicht stillgestanden hat.

Und irgendwann fragte ich mich:

Warum mache ich das eigentlich?

Warum soll ausgerechnet mein Körper der einzige Teil meines Lebens sein, der sich nicht verändern darf?

Ich bin heute nicht dieselbe Frau wie mit fünfunddreißig.

Zum Glück.

Ich denke anders.

Ich lebe anders.

Ich habe andere Erfahrungen.

Andere Prioritäten.

Andere Grenzen.

Und deutlich weniger Geduld für Dinge, die mir nicht guttun.

Warum also sollte ich erwarten, dass mein Körper aussieht, als hätte all das nie stattgefunden?

Das heißt nicht, dass ich mich mit allem abfinden möchte.

Ich möchte Gewicht verlieren.

Ich möchte fitter werden.

Ich möchte mich wieder wohler fühlen.

Aber ich möchte nicht mehr auf ein altes Foto zulaufen.

Das ist nicht mein Ziel.

Mein Ziel ist auch nicht, wieder die Frau von damals zu werden.

Ich möchte die Frau von heute so behandeln, dass sie sich in ihrem Körper wieder gern bewegt.

Das ist ein Unterschied.

Ein ziemlich großer sogar.

Denn sobald ich aufgehört habe, ständig rückwärts zu schauen, wurde die Frage plötzlich viel freundlicher.

Nicht:

Wie bekomme ich meinen Körper von früher zurück?

Sondern:

Wie gut kann ich mich heute fühlen?

Das ist weniger nostalgisch.

Aber sehr viel realistischer.

Und vielleicht ist genau das die erwachsenere Form von Veränderung.

Nicht gegen das Alter anzukämpfen.

Sondern herauszufinden, wie man möglichst gut darin lebt.

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