Eine Mittagspause braucht keinen Putzlappen

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Eine Mittagspause lässt sich erstaunlich gut mit Dingen füllen, die keine Pause sind.

Essen vorbereiten. Die Arbeitsfläche abwischen. Schnell die Spülmaschine ausräumen. Wenn man schon in der Küche steht, könnte man eigentlich auch noch …

Und plötzlich ist die Pause vorbei, ohne dass man zwischendurch besonders viel Pause hatte.

Für meinen Alltag möchte ich das deutlicher auseinanderhalten: Mittagessen machen ist eine Aufgabe. Die Küche aufräumen ebenfalls. Beides kann notwendig sein. Aber es wird nicht automatisch zu Erholung, nur weil es zwischen zwei Arbeitsblöcken stattfindet.

Das klingt zunächst nach einer kleinen sprachlichen Unterscheidung. Für meine Tagesplanung ist es allerdings eine ziemlich wichtige.

Wenn ich eine halbe Stunde für Mittagessen und Pause vorsehe und davon den größten Teil mit Vorbereiten und Aufräumen verbringe, bleibt eben nicht plötzlich doch noch eine halbe Stunde zum Ausruhen übrig.

Auch dann nicht, wenn ich mich bei der Hausarbeit beeile.

Ich möchte deshalb nicht warten, bis die Küche vollständig fertig ist, bevor ich mich hinsetzen darf. Eine benutzte Pfanne ist kein Grund, meine Pause abzusagen.

Vielleicht bedeutet das an einem Tag, nach dem Essen noch ein paar Minuten sitzen zu bleiben. An einem anderen, die Küche bewusst zu verlassen. Nicht mit dem nächsten Wäschekorb unter dem Arm, sondern tatsächlich ohne Anschlussauftrag.

Ich will daraus kein neues Entspannungsprogramm machen. Keine Pause, für die ich erst die richtige Musik, eine besondere Atemtechnik und einen perfekt aufgeräumten Platz brauche.

Mir geht es um etwas Schlichteres: einen Moment, in dem ich gerade nichts erledigen muss.

Was das mit meiner Abnehmreise zu tun hat? Für mich gehört beides zu derselben Frage: Wie möchte ich meinen Alltag gestalten, damit meine eigenen Bedürfnisse darin nicht immer erst zum Schluss drankommen?

Meine Mahlzeiten sollen Platz bekommen. Meine Arbeit auch. Und die Erholung dazwischen ebenfalls.

Ob die Küche in dieser Zeit fertig aussieht, ist eine andere Angelegenheit.

Der Putzlappen kann jedenfalls kurz ohne mich weitermachen. Oder, realistischer betrachtet, einfach liegen bleiben.

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