Mein Kühlschrank bekommt jetzt zehn Minuten Aufmerksamkeit

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Ich möchte meinen Kühlschrank durchsortieren.

Dieser Satz klingt zunächst nach einer ziemlich überschaubaren Tätigkeit.

Bei mir muss man allerdings ein bisschen aufpassen.

Aus „kurz durchsortieren“ könnte theoretisch auch werden: alles ausräumen, sämtliche Fächer reinigen, ein neues Ordnungssystem erfinden und anschließend überlegen, ob ich dafür nicht doch andere Behälter brauche.

Danach wäre der Kühlschrank möglicherweise hervorragend organisiert.

Mittagessen hätten wir allerdings noch keines.

Deshalb lautet mein Vorhaben diesmal tatsächlich:

Kurz durchsortieren.

Während ich ohnehin das Essen vorbereite.

Ich möchte sehen, was vorhanden ist. Was zuerst verbraucht werden sollte. Und was davon heute schon auf unserem Teller landen kann.

Nicht erst einkaufen und anschließend feststellen, dass die Zutaten für ein ganz ordentliches Abendessen bereits zu Hause waren.

Bei den letzten Mahlzeiten war es genau diese Frage, die mir geholfen hat:

Was ist eigentlich da?

Blattspinat, Kartoffeln und zwei Eier wurden ein Abendessen. Die Kartoffeln waren sogar schon gekocht.

Aufgetauter Kürbis, Kokosmilch und rote Linsen wurden eine Suppe.

Dafür musste ich weder ein besonders originelles Rezept erfinden noch vorher einen Großeinkauf machen.

Ich musste nur einmal die vorhandenen Dinge zusammenbringen.

Das möchte ich häufiger tun.

Wenn ich morgens ohnehin in der Küche stehe, kann ich kurz nachsehen, was ich mittags oder abends verwenden möchte. Vielleicht muss etwas aufgetaut werden. Vielleicht kann ich Gemüse schon vorbereiten. Vielleicht steht noch eine Portion vom Vortag bereit.

Und vielleicht reicht es für diesen Morgen auch einfach, die Entscheidung zu treffen.

Was essen wir heute?

Ich möchte diese Frage nicht ständig mit in meinen Arbeitstag nehmen.

Mein Kopf beschäftigt sich ohnehin gerne mit mehreren Dingen gleichzeitig. Die Abendessensplanung muss nicht bis kurz vor 18 Uhr dazugehören.

Für mein Abnehmvorhaben wünsche ich mir keinen Kühlschrank, der aussieht wie in einer perfekt ausgeleuchteten Küchenreportage.

Ich möchte darin mein Essen finden.

Möglichst bevor ich hungrig werde und auf besonders kreative Ideen komme.

Zehn Minuten Aufmerksamkeit. Danach wird gekocht.

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