Je mehr ich über Leberwerte, Ernährung und Gewicht las, desto häufiger begegnete mir eine Botschaft:
Abnehmen.
Nicht besonders originell.
Und ehrlich gesagt auch nicht unbedingt das, was ich hören wollte.
Aber egal, ob ich Bücher las, Beiträge schaute oder mich durch Sendungen wie die Ernährungs Docs arbeitete, immer wieder ging es darum, dass Gewichtsreduktion bei bestimmten Stoffwechselproblemen und einer verfetteten Leber eine Rolle spielen kann.
Und irgendwann tauchten dabei ständig dieselben zwei Zahlen auf.
16 und 8.
16 Stunden nichts essen.
8 Stunden essen.
Intervallfasten.
Ich weiß nicht, ob du das kennst: Sobald man sich einmal mit einem Thema beschäftigt, scheint es plötzlich überall aufzutauchen.
Ein bisschen wie in der Schwangerschaft.
Kaum ist man selbst schwanger, sieht man plötzlich überall Bäuche, Kinderwagen und Frauen, bei denen man sich fragt, wie einem all das vorher eigentlich entgehen konnte.
Bei mir waren es plötzlich 16 und 8.
In Büchern.
In Artikeln.
Bei Ernährungsexperten.
Gefühlt wahrscheinlich auch noch auf der Rückseite meiner Stromrechnung.
Und natürlich dachte ich zuerst:
Sechzehn Stunden nichts essen?
Sehr lustig.
Ich war zu diesem Zeitpunkt noch die Frau, die vorsichtshalber etwas aß, bevor sie überhaupt Hunger bekommen konnte.
Aber gleichzeitig fand ich den Gedanken zunehmend interessant.
Nicht nur wegen des Gewichts.
Sondern weil ich angefangen hatte zu begreifen, wie oft ich eigentlich aß.
Morgens.
Zwischendurch.
Mittags.
Noch einmal zwischendurch.
Abends.
Und wenn irgendwo zufällig etwas Leckeres herumstand, selbstverständlich auch außerhalb jeder offiziellen Mahlzeit.
Mein Verdauungssystem hatte vermutlich seit Jahren Öffnungszeiten wie eine Tankstelle.
24 Stunden.
Kein Ruhetag.
Und nun sollte ich diesem ganzen Betrieb plötzlich sechzehn Stunden Pause gönnen.
Die Vorstellung hatte etwas.
Auch wenn mein erster Gedanke vermutlich eher war:
Wann genau soll ich denn dann meinen Kuchen essen?
Also begann ich zu rechnen.
Nicht besonders kompliziert.
Wenn ich abends gegen 18 Uhr das letzte Mal esse, darf ich am nächsten Morgen gegen 10 Uhr wieder frühstücken.
Das klang schon deutlich weniger dramatisch.
Vor allem, weil ein großer Teil dieser sechzehn Stunden ohnehin aus Schlaf bestand.
Und schlafen kann ich erstaunlich gut, ohne dabei zu essen.
Damit hatte ich also schon einmal einen Vorteil.
Natürlich wäre es wieder typisch für mich gewesen, sofort sämtliche Mahlzeiten neu zu planen, die Küche umzusortieren und eine Excel Tabelle über meine zukünftigen Essenszeiten anzulegen.
Diesmal tat ich das nicht.
Ich probierte es einfach aus.
Langsam.
Ohne großes Versprechen.
Und vor allem ohne mir einzureden, dass ich jetzt für den Rest meines Lebens um Punkt 18 Uhr den letzten Bissen kauen müsste.
Denn genau diese Alles oder Nichts Regeln waren schließlich das, woran ich vorher so oft gescheitert war.
Ich wollte wissen, wie es sich anfühlt.
Wie mein Hunger reagiert.
Ob ich morgens tatsächlich verhungere.
Spoiler:
Tat ich nicht.
Aber darüber erzähle ich dir morgen.
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